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Die BRACE-AFib-Studie

Vergleich von Betablockern und Kalziumkanalblockern bei Vorhofflimmern

Vorhofflimmern:
Die häufigste Herzrhythmusstörung

Vorhofflimmern ist eine Erkrankung, deren Häufigkeit mit zunehmendem Alter zunimmt. Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern haben häufig einen unregelmässigen Puls und leiden möglicherweise an Herzrasen. Vorhofflimmern erhöht zudem das Risiko für Folgeerkrankungen wie Schlaganfall oder Herzschwäche. Zudem steht Vorhofflimmern im Zusammenhang mit einer reduzierten Lebensqualität und einer verminderten kognitiven Leistungsfähigkeit.​

Warum führen wir die BRACE-AFib-Studie durch?

Wenn bei Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern der reguläre Rhythmus des Herzens nicht wiederhergestellt werden kann, wird diese Erkrankung normalerweise mit Betablockern behandelt. Kalziumkanalblocker sind ebenso bei Vorhofflimmern zur Kontrolle der Herzfrequenz empfohlen, werden aber seltener verordnet. Mit dieser Studie untersuchen wir, ob Kalziumkanalblocker eine gute Alternative zu Betablockern darstellen. Dabei möchten wir insbesondere herausfinden, ob Kalziumkanalblocker im Vergleich zu Betablockern zu einer besseren Lebensqualität bei Menschen mit Vorhofflimmern führen. In der Studie werden Betablocker und Kalziumkanalblocker eingesetzt, die seit vielen Jahren in der klinischen Praxis eingesetzt werden. 

Standardtherapie: Betablocker 

Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern erhalten häufig Betablocker, da diese sehr wirksam zur Kontrolle der Herzfrequenz beitragen. Wie alle Medikamente können auch Betablocker Nebenwirkungen verursachen, welche die Lebensqualität beeinträchtigen. Besonders häufig treten Müdigkeit, Schwindel und eine verminderte Belastbarkeit auf, wodurch die alltägliche Aktivität spürbar eingeschränkt sein kann.

Alternative Kalziumkanalblocker?

Kalziumkanalblocker könnten eine gute Alternative sein, da diese die körperliche Leistungsfähigkeit nicht so stark einschränken. Bisher gibt es allerdings keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass sich die Lebensqualität durch eine Therapie mit Kalziumkanalblockern verbessert​​.

Um dies zu überprüfen, benötigen wir diese wissenschaftliche Studie!

Bisher gibt es keine Studie, welche die beiden Behandlungsoptionen direkt miteinander verglichen hat. Mit der BRACE-AFib Studie möchten wir unter anderem herausfinden, wie sich die Lebensqualität zwischen einer Therapie mit Betablockern im Vergleich zu einer alternativen Therapie mit Kalziumkanalblockern unterscheidet.

Der Studienablauf

Wir gehen dabei folgendermassen vor:

Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern, die aktuell Betablocker einnehmen, werden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt.

Gruppe 1

bekommt als Studienmedikament einen Betablocker in einer niedrigen, normalen oder hohen Dosierung. Die Dosierung wird vom behandelnden Prüfarzt oder der behandelnden Prüfärztin festgelegt und richtet sich nach der bisherigen Dosierung des Betablockers.

Gruppe 2

bekommt als Studienmedikament einen Kalziumkanalblocker in einer niedrigen, normalen oder hohen Dosierung. Die Dosierung wird vom behandelnden Prüfarzt oder der behandelnden Prüfärztin festgelegt und richtet sich nach der bisherigen Dosierung des Betablockers.

Studiendesign der BRACE-AFib-Studie: 266 Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern, die Betablocker einnehmen, werden 1:1 zufällig Diltiazem oder Bisoprolol zugeteilt. Die Studienintervention dauert 90 Tage, die Lebensqualität wird zu Beginn und am Ende erhoben.

Die Teilnahme an der Studie dauert ungefähr vier Monate, wobei die Studienmedikation drei Monate lang eingenommen werden soll. Weder die Teilnehmenden noch ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte wissen, welches der beiden Medikamente die Teilnehmenden erhalten. Im Verlauf der Teilnahme werden die Teilnehmenden fünf Mal zu einem Studienbesuch im jeweiligen Studienzentrum kommen. Hierbei entstehen den Teilnehmenden keine Kosten. Bei den Terminen werden verschiedene Untersuchungen wie beispielsweise eine Blutdruckmessung, eine Lungenfunktionsprüfung und ein 6-Minuten Gehtest durchgeführt. Zudem werden zwei Blutabnahmen gemacht und die Teilnehmenden werden verschiedene Fragebögen ausfüllen. Ein Termin wird in der Regel ungefähr 45-120 Minuten dauern.​

Studienablauf in sechs Schritten: erste Informationen, Screening-Visite 15 bis 60 Tage vor Start, Start an Tag 0, Verlaufsuntersuchungen an Tag 30 und Tag 60 sowie Studienabschluss an Tag 90.

Wodurch zeichnet sich die BRACE-AFib-Studie aus?

01

Die Dauer der Studienteilnahme ist mit ungefähr 4 Monaten kurz.​

02

Während der Studienteilnahme erhalten Sie eine engmaschige medizinische Betreuung.

03

Vertreterinnen von Patientinnen und Patienten haben am Aufbau der Studie direkt mitgearbeitet. Ausserdem wurden Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern bei der Festlegung der Studienziele involviert, um deren Bedürfnisse und Wünsche zu berücksichtigen.

04

Das Studienteam wird die Ergebnisse der Studie für alle zugänglich machen. Somit können weltweit Betroffene und Behandelnde von den Ergebnissen profitieren.

Wer kann an der Studie teilnehmen?

Sie sind mindestens 18 Jahre alt​

Sie leiden an Vorhofflimmern​​

Sie nehmen aktuell einen Betablocker​

Sie nehmen aktuell keinen Kalziumkanalblocker

Bei der Kontaktaufnahme und einer ersten Visite («Screening-Visite») werden wir weitere medizinische Fragen klären und gemeinsam prüfen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.  

Haben Sie Fragen zur BRACE-AFib Studie?

Das Studienteam am Universitätsspital Basel beantwortet gerne all Ihre Fragen.

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